- Goethes Farbenlehre.
- zur Farbenlehre (1810).
- Vorwort.
- Entwurf einer Farbenlehre.
- 1 - Physiologische Farben.
- 2 - Physische Farben.
- 3 - Chemische Farben.
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- 5 - Nachbarliche Verhältnisse.
- 6 - Sinnlich-sittliche Wirkung der Farbe.
- sinnl.- sittl. Wirkung der Farbe.
- Gelb.
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- Gelbrot.
- Blau.
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- Kolorit.
- Echter Ton, falscher Ton.
- Schwaches Kolorit.
- Das Bunte.
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- Pigmente.
- Allegorischer ... Gebrauch der Farbe.
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Pigmente
911.
Wir empfangen sie aus der Hand des Chemikers und Naturforschers. Manches ist darüber aufgezeichnet und durch den Druck bekannt geworden, doch verdiente dieses Kapitel von Zeit zu Zeit neu bearbeitet zu werden. Indessen teilt der Meister seine Kenntnisse hierüber dem Schüler mit, der Künstler dem Künstler.
912.
Diejenigen Pigmente, welche ihrer Natur nach die dauerhaftesten sind, werden vorzüglich ausgesucht; aber auch die Behandlungsart trägt viel zur Dauer des Bildes bei. Deswegen sind so wenig Farbenkörper als möglich anzuwenden, und die simpelste Methode des Auftrags nicht genug zu empfehlen.
913.
Denn aus der Menge der Pigmente ist manches Übel für das Kolorit entsprungen. Jedes Pigment hat sein eigentümliches Wesen in Absicht seiner Wirkung aufs Auge, ferner etwas Eigentümliches, wie es technisch behandelt sein will. Jenes ist Ursache, dass die Harmonie schwerer durch mehrere als durch wenige Pigmente zu erreichen ist, dieses, dass chemische Wirkung und Gegenwirkung unter den Farbekörpern stattfinden kann.
914.
Ferner gedenken wir noch einiger falschen Richtungen, von denen sich die Künstler hinreissen lassen. Die Maler begehren immer nach neuen Farbekörpern und glauben, wenn ein solcher gefunden wird, einen Vorschritt in der Kunst getan zu haben. Sie tragen grosses Verlangen, die alten mechanischen Behandlungsarten kennen zu lernen, wodurch sie viel Zeit verlieren, wie wir uns denn zu Ende des vorigen Jahrhunderts mit der Wachsmalerei viel zu lange gequält haben. Andre gehen darauf aus, neue Behandlungsarten zu erfinden, wodurch denn auch weiter nichts gewonnen wird. Denn es ist zuletzt doch nur der Geist, der jede Technik lebendig macht.
